Allgemeines

Heinrich-Hanselmann-Schule
Arnold-Janssen-Straße 25c
53757 Sankt Augustin
Tel.: 02241/8630
Fax: 02241/863303
e-mail: 155081@schule.nrw.de
oder info@heinrich-hanselmann-schule.de
www.heinrich-hanselmann-schule.de

Schulleiter: Herr Christoph Wegener
Stellv. Schulleiterin: Frau Johanna Tenge
Sekretariat: Frau Wera Sonnenberg

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Zur Geschichte unserer Schule

Am 04.10.1976 wurde unsere Schule als Schule für Geistigbehinderte in Sankt Augustin eröffnet. Ihre Ursprünge gehen zurück auf die private Initiative von Eltern behinderter Kinder im Rahmen der Organisation „Lebenshilfe“.

1966 wurden von diesen engagierten Eltern so genannte Tagesstätten gegründet. Diese wurden
durch Kreistagsbeschlüsse 1971/1972 vom Rhein-Sieg-Kreis als öffentlich- rechtliche Schule für Geistigbehinderte übernommen. Zunächst bestand die Schule aus vier Abteilungen, die in Mondorf, Much, Leuscheid und Hennef-Dahlhausen untergebracht waren.

Diese Organisationsstruktur erwies sich jedoch bald als Provisorium, da die räumlichen und organisatorischen Voraussetzungen, die an einen geordneten Schulbetrieb gestellt werden, nicht erfüllt wurden. Als zentraler Standort eines größeren Schulbetriebs wurde dann St. Augustin ausgewählt. Die Schule deckt seitdem den Einzugsbereich der Städte und Gemeinden Siegburg, Troisdorf, Lohmar, Niederkassel, Königswinter, Bad Honnef und St. Augustin ab.

1985 wurde wegen stark angestiegener Schülerzahlen die Werkstufe (heute Berufspraxisstufe) ausgegliedert und als selbstständiger Schultyp in Oberpleis weitergeführt. In St. Augustin verblieben die Unter-, die Mittel- und die Oberstufenklassen.

1979 erhielt die Schule den Namen „Heinrich-Hanselmann-Schule, Schule für Geistigbehinderte (Sonderschule) des Rhein-Sieg-Kreises“. Dies in Erinnerung an Dr. Heinrich Hanselmann, der als erster Lehrstuhlinhaber für Heilpädagogik in Zürich tätig war und sich für die Erziehung und Bildung von Geistigbehinderten stark machte.

Im Laufe ihrer nun 30jährigen Geschichte wurde das Gebäude der Schule mehrfach erweitert.
Erst 1996 erhielt die Schule eine eigene moderne Turnhalle. Beständig wachsende Schülerzahlen machten im Jahr 2000 einen Anbau mit zwei Klassenräumen und mehreren Fachräumen notwendig. Dieser erhielt 2004 eine Aufstockung mit drei weiteren Klassenräumen, einem Pflegebad und einem Therapieraum.
Aufgrund wachsender Schülerzahlen wurde der heutige Neubau konzipiert und im Jahr 2011 erfolgte der Umzug in das nun ebenerdig angelegte Schulgebäude. Zum Schuljahr 2013/14 wurde die ausgliederte Berufspraxisstufe wieder in unsere Schule integriert. Zur Zeit besuchen ca. 220 Schülerinnen und Schüler unsere Schule.

Vor einigen Jahren begann in der Sonderpädagogik ein Umdenken, das von der sehr an den Defiziten der Schüler orientierten Sichtweise zu einem sich an ihren Kompetenzen orientierenden Menschenbild geführt hat. Dieser Entwicklung trug auch das neue Schulgesetz Rechnung und so änderte sich die Bezeichnung unserer Schule abermals. Seit dem 01.08.2005 heißt die Schule offiziell: Heinrich-Hanselmann-Schule, Förderschule des Rhein-Sieg-Kreises mit dem Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung.

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„ Wer ist eigentlich dieser Heinrich Hanselmann?“

Diese Frage nach dem Namensgeber unserer Schule wird uns häufiger gestellt und soll deshalb an dieser Stelle beantwortet werden.

Heinrich Hanselmann gilt als Pionier der Heilpädagogik.
Er wurde am 15.09.1885 in St. Peterszell/Schweiz geboren und starb am 29.02.1960 in Ascona/Schweiz.
Nach der Lehrerausbildung arbeitet Heinrich Hanselmann von 1905 bis 1908 zunächst als Lehrer an der Taubstummenanstalt in St. Gallen.  Es folgen Studienjahre mit dem Erwerb der Dissertation, die ihn nach Zürich, Berlin und München führten.
Von 1912 bis 1916 leitet er in der Nähe von Frankfurt a.M. die „Arbeitslehrkolonie und Beobachtungsanstalt für jugendliche Psychopathen, Schwererziehbare und Schwachsinnige“.  Verbunden mit seiner Aufgabe als Heimleiter ist eine Tätigkeit als wissenschaftlicher Assistent am Psychologischen Institut der späteren Universität Frankfurt. Hanselmann soll neue Wege zur Erfassung und Behandlung verwahrloster und kriminell gewordener Jugendlicher suchen und ausprobieren.
1913 heiratet Hanselmann und zieht 1916 mit seiner Familie nach Zürich. Hier arbeitet er in der schweizerischen Stiftung „Pro Juventute“ und wirkt entscheidend mit an den Grundlagen der schweizerischen Jugendfürsorge.
1924 habilitiert sich Hanselmann an der Universität Zürich mit einer Schrift über die psychologischen Grundlagen der Heilpädagogik. Im gleichen Jahr treffen sich 650 Teilnehmer aus aller Welt in München zum 2. Kongress für Heilpädagogik.
Von 1924 bis 1940 ist Hanselmann als Seminarleiter am Heilpädagogischen Seminar tätig. Er leitet hier die Jahreskurse für Lehrer, die ihr Studium abgeschlossen haben und über mindestens ein Jahr Berufspraxis verfügen. In enger Verzahnung von Theorie und Praxis werden hier die zukünftigen Heilpädagogen ausgebildet, von denen erwartet wird, dass sie eine ethische Haltung mitbringen.
1924 wird die Stiftung Albisbrunn gegründet, die Mittel für ein neuzeitlich organisiertes Landerziehungsheim zur Verfügung stellt. Hanselmann ist von 1924 bis 1929 Leiter im „Landerziehungsheim für anlagemäßig entwicklungsgehemmte oder durch Krankheit, Unfälle und Umweltmängel entwicklungsgestörte, schwererziehbar gewordene Knaben und Jünglinge“. Da Hanselmann finanziell unterstützt wird, kann er auch Kinder aus armen Familien aufnehmen und sie in einem würdigen Rahmen unterbringen.
1930 erscheint Hanselmanns Hauptwerk mit dem Titel „Einführung in die Heilpädagogik“
Heilpädagogik sieht Hanselmann in enger Beziehung zu Medizin, Philosophie, Psychologie, Pädagogik und Soziologie. Heilpädagogik ist Erziehungswissenschaft und der Medizin nicht untergeordnet, sie beinhaltet nicht nur die Lehre vom Sonderunterricht sondern erstreckt sich auch auf den außerschulischen Bereich. Hanselmann sagt: „Heilpädagogik ist die Lehre von der Erfassung entwicklungsgehemmter Kinder und Jugendlicher und ihrer unterrichtlichen, erzieherischen und fürsorgerischen Behandlung.“ Der Begriff Erfassung verweist auf die hohe Bedeutung, die die Diagnostik für das pädagogische Handeln hat.
Bereits unter dem Schatten des drohenden Krieges findet im Juli 1939 in Genf der erste Internationale Kongress für Heilpädagogik statt, an ihm nehmen 300 Fachleute aus 32 Ländern teil.
1956 verleiht die Medizinische Fakultät der Universität Zürich Heinrich Hanselmann die Ehrenpromotion.
Hanselmann ist der Begründer der modernen Heilpädagogik. Er wirkte mit an einer heilpädagogischen Theoriebildung, die vom Pädagogen auch eine Werteorientierung fordert.  Erziehen könne nur, wer bereit ist, beständig (auch von Hilfsbedürftigen) zu lernen, wer bereit ist zu unausgesetzter Selbsterziehung.
Zugang: http://www.heilpaedagogik-lotz.de/Text8.htm